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Von Endometriose betroffene Frau liegt auf der Couch und hat Schmerzen im Unterleib
Frauenheilkunde

Endometriose

Unter Endometriose versteht man das heterotope (= ortsfremde, hier: außerhalb der Gebärmutterhöhle) Auftreten von Gewebe, welches der normalen Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) vom Aufbau und von der Funktion her ähnlich ist.

Die funktionelle Ähnlichkeit bedeutet, dass auch die Endometriose hormonellen Änderungen des weiblichen Zyklus unterworfen ist. Sie ist eine hormonabhängige Erkrankung. Die Endometriose kann in der Gebärmutterwand, den Eileitern, den Eierstöcken, dem Bauchfell sowie außerhalb des kleinen Beckens und in anderen Organen wie dem Darm oder der Blase auftreten.

Auftreten von Endometriose

Die Endometriose ist eine gutartige Erkrankung der jungen Frau. Nach Schätzungen hat etwa jede 8. bis 10. Frau eine Endometriose. In seltenen Fällen können bereits Mädchen vor der Pubertät betroffen sein. Nach den Wechseljahren gehen die Beschwerden der Endometriose durch den Hormonmangel meist zurück. Obwohl die Erkrankung so häufig auftritt, ist die Endometriose recht unbekannt.

Von den ersten Symptomen bis zur definitiven Diagnosesicherung vergehen oftmals deutlich mehr als sechs Jahre, obwohl die Endometriose in vielen Fällen für starke, regelabhängige Unterbauchschmerzen verantwortlich ist.

Wegen der chronischen Schmerzen hat die Endometriose Auswirkungen auf die gesamte Lebensführung der betroffenen jungen Frauen. Die Schweregrad der Erkrankung (Ausdehnung) korreliert nicht mit den Schmerzen der Patientin. So können bereits kleinste Herde zu großen Schmerzen führen.

 

Stellen im Körper, an denen Endometrioseherde entstehen können:

Endometriose kann an verschiedenen Stellen im Körper auftreten, zum Beispiel der Gebärmutter oder der Blase

 

 

Endometriose – Symptome

Das Hauptsymptom der Endometriose sind starke Schmerzen, die vor oder mit der Regelblutung (Dysmenorrhoe) einsetzen. Häufig klagen Frauen aber auch über menstruationsunabhängige Unterleibsschmerzen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang und beim Wasserlassen.

Das Beschwerdebild kann individuell sehr unterschiedlich sein. Bei einem Teil der Patientinnen ist die Endometriose auch für eine ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich. Bei primärer oder sekundärer Sterilität sollte also auch an eine mögliche Endometriose als Ursache gedacht werden.

Darüber hinaus können bei einer Endometriose zum Teil sehr unspezifische Symptome wie Schlafstörungen oder Schulterschmerzen auftreten. Eine Übersicht über mögliche Symptome und Beschwerden, aufgeteilt nach Organen, gibt die folgende Tabelle:

Körper allgemein

  • PMS
  • Schmerzen in den Beinen
  • Migräne
  • Verwirrungsgefühl
  • Stimmungsschwankungen
  • Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Nachtschweiß
  • Schwitzen

Geschlechtsorgane

  • Zyklusschmerzen
  • Schmerzen während des Eisprungs
  • Unregelmäßiger Zyklus
  • Starke, langanhaltende Blutungen
  • Blutgerinnsel
  • Schmerzn beim Sex
  • Unfruchtbarkeit

Verdauungstrakt

  • Bauchschmerzen
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Verstopfung / Durchfall
  • Übelkeit / Erbrechen
  • Blähbauch
  • Blut im Stuhl

Harntrakt

  • Harndrang
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Blutiger Urin

Rücken

  • Schmerzen im unteren Rücken
  • Schmerzen, die in die Beine / Knie ausstrahlen

Thorax

  • Schmerzen im Brustkorb
  • Atemnot
  • Erhöhter Herzschlag
  • Schulterschmerzen
  • Schmerzen im Liegen
  • Schwindelgefühl
  • Pneumothorax
  • Pleuraerguss
  • Bluthusten

                                                                                                                                                                                          

Endometriose – Diagnose

Eine Endometriose wird oft nicht auf Anhieb erkannt. In vielen Fällen sind die Endometrioseherde durch die vaginale Tast- und Ultraschalluntersuchung nicht nachweisbar. Bei größeren Herden kann der erfahrene Untersucher jedoch Verdickungen und schmerzhafte Knoten bei unterleibischer Untersuchung erkennen.

Die Diagnosesicherung kann nur durch eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) mit anschließender feingeweblicher Untersuchung des entfernten Gewebes erfolgen. Daher sollte auch bei Patientinnen mit chronischen Beschwerden ohne tastbaren oder sichtbaren Endometrioseherd eine solche operative Diagnostik erfolgen. Im Rahmen des diagnostischen Eingriffes kann unser Expertenteam dann auch die Therapie der Erkrankung durchführen.

Endometriose – Behandlung

Da die Endometriose eine gutartige Erkrankung ist, richtet sich die Behandlung vor allem nach dem Beschwerdebild der betroffenen Frau. Es existiert keine Therapie, die die Ursache der Endometriose behandelt, da diese weiterhin unklar ist.

Laparoskopische Endometriosesanierung

Grundlage der Therapie ist die Entfernung aller Endometrioseherde durch eine Operation, dies bezeichnen wir als Endometriosesanierung. Diese kann in unserer Klinik auch bei schwergradigen Erkrankungen laparoskopisch erfolgen. Das Ausmaß der Operation ist abhängig von der Ausprägung der Erkrankung. Eine individuelle Operationsplanung durch einen erfahrenen Endometriosespezialisten ist daher eine wichtige Voraussetzung für den Behandlungserfolg.

Kinderwunsch-Diagnostik

Häufig wird die operative Therapie der Endometriose mit der Überprüfung der Funktion des reproduktiven Organs kombiniert, da viele der Patientinnen auch einen Kinderwunsch haben. Neben der Schmerzbehandlung ist so häufig die Schwangerschaft das Therapieziel. Die Endometrioseoperationen werden mit größter Sorgfalt durchgeführt, um die empfindlichen Organe (Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter) zu schonen und deren Funktion zu verbessern.

Endometriose – konservative Behandlung

Eine wichtige Rolle in der prä- oder postoperativen Behandlung der Endometriose spielen auch bestimmte Medikamente. Die sogenannten Gestagene können zu einer Schmerzlinderung führen und größere Herde verkleinern. Auch können sie den Erfolg der Operation erhalten bzw. verlängern. Die GnRh-Analoga haben eine ähnliche Wirkung, führen jedoch zu stärkeren Nebenwirkungen, die eine Langzeittherapie unmöglich machen.

Weitere Bausteine der Behandlung, insbesondere im Rahmen des Netzwerkes unseres Endometriosezentrums, sind die Schmerztherapie, die Akupunktur, die Osteopathie, die Physiotherapie, die Ernährungsberatung und die psychosomatische Betreuung.

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Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe mit den Standorten Marien Hospital Witten und St. Anna Hospital Herne.

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