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Klinik für Innere Medizin

Herzrhythmusstörungen

Hierunter versteht man eine Unregelmäßigkeit der Herzschlagfolge, die als Herzstolpern oder kurzzeitige Herzaussetzer wahrgenommen werden können.

Herzrhythmusstörungen – Symptome

Leichte oder nur kurze Unregelmäßigkeiten werden oft nicht bemerkt. Beschwerden, die durch Herzrhythmusstörungen entstehen, sind Herzstolpern (Palpitationen), Herzrasen, Schwindel, Ohnmacht, Bewusstlosigkeit, Luftnot, Brustschmerzen und Brustenge.

Eine bekannte und häufige Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern, bei dem die Herzvorhöfe unabhängig von den Herzkammern schlagen. Eine wirksame Kontraktion der Herzvorhöfe ist nicht mehr möglich, die Herzleistung sinkt. Durch den mangelnden Fluss im Vorhof können sich zudem Blutgerinnsel bilden, die fortgetragen zu Schlaganfällen führen. Deswegen ist es wichtig, abhängig von den Begleiterkrankungen eine Blutverdünnung (Antikoagulation) einzuleiten.

Herzrhythmusstörungen – Diagnose

Nach der Anamnese und körperlichen Untersuchung stehen den Ärzten der Klinik für Innere Medizin im St. Anna Hospital Herne weitere Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung.

Laboruntersuchungen

Bestimmung der Herzenzyme, Fett- und Zuckerstoffwechsel, der Elektrolyte sowie der Nieren-, Leber- und Schilddrüsenfunktion und vielem mehr.

Echokardiographie

Als Echokardiografie bezeichnet man die Ultraschalluntersuchung des Herzens mit der Veränderungen an Herzklappen, Herzmuskel und Herzbeutel (Perikard) festgestellt und die Herzfunktion überprüft werden können.

Elektrokardiografie (EKG)

Mithilfe eines EKG können Herzrhythmusstörungen festgestellt werden. Anhand des EKG-Stromkurvenverlaufes unterscheiden wir zwischen zu langsamen (bradykarden), zu schnellen (tachykarden) oder unregelmäßigen (arrhythmischen) Herzrhythmus.

Langzeit-EKG

Beim Langzeit-EKG bekommt der Patient ein kleines, tragbares EKG-Gerät, das seine Herzstromkurve kontinuierlich misst. Dies geschieht meist über 24 Stunden, manchmal auch über 48 oder mehr Stunden. Die Messdaten werden dann am Computer ausgelesen und anschließend vom Arzt ausgewertet. Das Langzeit-EKG dient hauptsächlich dazu, Herzrhythmusstörungen zu entdecken, die nur vorübergehend auftreten – und deshalb im vom normalen EKG erfassten Zeitraum möglicherweise nicht vorkommen. Im Untersuchungszeitraum protokolliert der Patient seine Aktivitäten und auftretende Beschwerden. Dadurch lassen sich Auffälligkeiten im EKG mit entsprechenden Ereignissen – beispielsweise sportlicher Aktivität – in Zusammenhang bringen. Im Verlauf einer Therapie dient das Langzeit-EKG zum Beispiel auch zur Kontrolle Herzfrequenzkontrolle.

Transösophagelae Echokardiografie (TEE)

Die TEE ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens nicht von außen, sondern durch die Speiseröhre und wird deshalb auch Schluck-Ultraschalluntersuchung genannt. Der Vorteil liegt darin, dass manche Teile des Herzens von außen nicht ausreichend oder gar nicht beurteilbar sind und so besser dargestellt werden, z.B. das linke Herzohr bei Verdacht auf Blutgerinnsel bei Vorhofflimmern, das Foramen ovale (eine Öffnung zwischen dem linken und rechten Herzvorhof), aber auch zur genaueren Darstellung und Ausmessung von Klappenfehlern und vieles andere.

Herzrhythmusstörungen – Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie der Herzrhythmusstörung richtet sich nach der jeweiligen Ursache, hierfür stehen Medikamente, Herzschrittmacher sowie elektrotherapeutischen Verfahren zur Verfügung.

Medikamentöse Behandlung

Bei Herzrhythmusstörungen werden Antiarrythmika oder aber Medikamente, die den Puls verlangsamen (Betablocker, Digitalispräparate und Magnesium), verschrieben.

Cardioversion

Als Cardioversion wird die Wiederherstellung des normalen Rhythmus (Sinusrhythmus) bezeichnet. Dies geschieht medikamentös oder durch einen elektrischen Schock (Defibrillation). Hier sorgt ein Stromstoß für die kurze Unterbrechung der elektrischen Herzaktivität und es kommt somit zum Neubeginn des normalen Grundrhythmus (Sinusrhythmus).

Hochfrequenzablation

Bei gewissen Herzrhythmusstörungen haben wir die Möglichkeit, in Kooperation mit dem Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum mit Hilfe spezieller Herzkatheter, das Areal, welches für die Herzrhythmusstörung verantwortlich ist, zu veröden.

Herzrhythmusstörungen – Operative Behandlungsmöglichkeiten

Herzschrittmacher

Ein Herzschrittmacher ist ein batteriebetriebenes, kleines Gerät, das elektrische Impulse an das Herz sendet, damit sich der Herzrhythmus normalisiert, wenn der eigene Herzschlag aussetzt. Eingesetzt wird ein Schrittmacher bei langsamen (bradykarden) Herzrhythmusstörungen. Der Schrittmacher ist etwas größer als eine 2 Euro Münze und ca. 0,5 cm dick. Er wird unterhalb des Schlüsselbeines unter die Haut gesetzt. Von dort aus gelangen über ein Gefäß ein, zwei oder drei Sonden ins Herz. Welche Art des Schrittmachers und wie viele Sonden Sie vielleicht benötigen, hängt von der Art der Herzrhythmusstörung und ob eine begleitende Herzschwäche vorliegt ab. 

Für eine solche OP wird in der Regel keine Vollnarkose benötigt. Unter örtlicher Betäubung erfolgt ein kleiner Hautschnitt zur Platzierung des Schrittmacheraggregates. Von dort werden unter Röntgenkontrolle die Elektroden/Sonden zum Herz über eine Vene vorgeschoben. Zum Schluss wird der Hautschnitt vernäht. Die Operation dauert ca. 1 Stunde und bereits nach der Operation können wieder aufstehen.

Defibrillator

Ein Defibrillator (ICD) wird vor allem bei Personen eingesetzt, die ein hohes Risiko für Kammerflimmern haben. Bei einem Kammerflimmern schlägt das Herz mit einer hohen und unregelmäßigen Frequenz. Eine wirksame Pumpfunktion ist dabei nicht mehr möglich, der Kreislauf bricht zusammen. Der Defibrillator wird in Kooperation mit dem Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum implantiert wie ein Herzschrittmacher und erzeugt einen Stromstoß (Defibrillation), der in Notfällen für die Wiederherstellung eines regelmäßigen Herzrhythmus sorgt.

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