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22.12.2022

Patient schmiedet nach erfolgreicher Speiseröhren-Operation wieder Reisepläne

Udo Gabbusch (l.) und Dr. Nurettin Albayrak (r.), Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Vis-zeralchirurgie des St. Anna Hospital Herne, wenige Wochen nach der OP.

Diagnose Speiseröhrenkrebs: Ein Schock für den 63-jährigen Udo Gabbusch. In seiner Familie sind keine erblichen Vorerkrankungen bekannt, seine bereits verstorbenen Verwandten sind alle mindestens 90 Jahre alt geworden – und er soll Krebs haben? Die Experten des zertifizierten Speiseröhrenkrebszentrums des St. Anna Hospital Herne kümmern sich direkt nach dem auffälligen Befund um den Hertener – von der weiterführenden Diagnostik, über die Chemotherapie bis zur Operation.

Ostern 2022 isst Udo Gabbusch einen Apfel, der ihm plötzlich wieder aufstößt. Als ihm das wieder passiert, wendet er sich an seinen Hausarzt, der ihn umgehend an einen niedergelassenen Gastroenterologen verweist. Nach einer Histologie seines Speiseröhrengewebes ist klar: Das sieht nicht gut aus. Der Gastroenterologe empfiehlt dem Diplom-Ingenieur das St. Anna Hospital Herne, wo er innerhalb kürzester Zeit einen Termin bei Dr. Viktor Rempel, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, erhält. Der erfahrene Arzt bestätigt die Diagnose: Speiseröhrenkrebs im fortgeschrittenen Stadium.

Enge Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten

Wie für viele Patienten war die Diagnose ein Schock für Udo Gabbusch. Doch die Experten des St. Anna Hospital Herne machten ihm Mut: „Innerhalb kürzester Zeit haben die Ärzte einen umfassenden Therapieplan erstellt. Das hat mich aus dem Loch nach der Diagnose geholt. Das St. Anna Hospital ist ein kleines aber feines Krankenhaus, in dem verschiedene Spezialisten des Speiseröhrenkrebszentrums eng zusammenarbeiten. Das hat mir Zuversicht gegeben, dass alles gut wird“, berichtet der Patient.

Udo Gabbuschs Fall wurde in der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz mit allen beteiligten Behandlungspartnern besprochen. Die Therapie erfolgte im Rahmen einer deutschlandweit laufenden Studie zur Behandlung von Speiseröhrenkrebs, an der ausgewählte Speiseröhrenkrebszentren teilnehmen. Die Behandlung erfolgte nach einem fest vorgegebenen Ablauf und neusten Behandlungsstandards. Dr. Vera Heuer, Chefärztin der Fachabteilung Onkologie des St. Anna Hospital Herne, führte bei Udo Gabbusch die Chemotherapie durch. Zusätzlich erhielt der Patient eine Bestrahlung in der Klinik für Strahlentherapie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Anschließende Untersuchungen zeigten, dass die Krebszellen erfolgreich abgetötet waren. Nun stand der nächste Behandlungsschritt an: Die Operation.

Umfassende Erfahrung in der minimal-invasiven Speiseröhren-Operation

Die Entfernung der Speiseröhre ist ein notwendiger Schritt bei fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs. Nur so lässt sich der Krebs nachhaltig entfernen. Die Operation führte Dr. Nurettin Albayrak, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Anna Hospital Herne, durch. Der Chirurg operiert Speiseröhrenkrebs bereits seit 13 Jahren standardmäßig minimal-invasiv – auch schon als die offene OP-Methode noch der deutschlandweite Standard war. Bei der Operation wird der vom Krebs betroffene Teil der Speiseröhre entfernt und die Restspeiseröhre an einen zum Schlauch geformten Teil des Magens angenäht. „Dr. Albayrak hat sich viel Zeit genommen und mir alles genau erklärt, was ich wissen wollte“, erzählt Udo Gabbusch. „Ich fühlte mich gut informiert und aufgehoben.“

Bei der minimal-invasiven Methode sind nur sechs etwa 1 cm lange Trokar-Schnitte nötig – „Einschusslöcher“ wie Udo Gabbusch sie scherzhaft bezeichnet. Durch diese können die Instrumente eingeführt werden. Ein 4 – 5 cm langer Bergeschnitt an der Seite ist dafür da, um die entfernte Speiseröhre entnehmen zu können. „Zum Vergleich: Bei der offenen Operationsmethode ist ein 25 – 30 cm langer Schnitt im Brustraum sowie ein ebenso langer Bauchschnitt erforderlich“, so Dr. Albayrak. Der Chirurg hat inzwischen fast 150 Speiseröhren minimal-invasiv operiert. Im Laufe der Jahre haben er und sein Team die Methode stetig optimiert. Ein Beispiel: Anfangs dauerte die Operation rund 8 Stunden, mittlerweile nur noch 5 bis 6.

Schnelle Genesungszeit

Bereits neun Tage nach der Operation konnte Udo Gabbusch entlassen werden. Die durchschnittliche Krankenhausaufenthaltsdauer liegt in Deutschland im Vergleich dazu bei etwa 30 Tagen – offene Operationen miteingerechnet. Denn anders als bei einer offenen Operation haben Patienten nach einer minimal-invasiven Operation nur kleine Wunden und somit auch weniger Schmerzen sowie einen deutlich schnelleren Genesungsprozess.

Nach der Behandlung: Große Reisepläne

Um auch die letzten eventuell noch verbliebenen Krebszellen abzutöten, steht für Udo Gabbusch etwa vier Wochen nach der Operation eine erneute Chemotherapie an. Danach ist die Behandlung erst einmal abgeschlossen. Der Hertener möchte gerne noch eine Reha in Anspruch nehmen. Auch hierum kümmert sich das Team des St. Anna Hospital Herne. Denn neben weiteren nicht-medizinischen Angeboten wie Ernährungstherapie und Psychoonkologie bietet das Speiseröhrenzentrum des St. Anna Hospital Herne auch ein Netzwerk an externen Begleitangeboten. In einem Abstand von zunächst drei Monaten findet für den Patienten dann die Nachsorge im St. Anna Hospital statt. Was er für die Zeit nach der Krebstherapie geplant hat? „Eine Diagnose wie diese führt einem vor Augen, dass das Leben vergänglich ist. Deshalb dachte ich mir: Was kann ich noch an verrückten Dingen machen? Eine Kreuzfahrt nach Neuseeland ist da genau das Richtige,“ schmunzelt der 63-Jährige.


Infokasten: Das zertifizierte Speiseröhrenkrebszentrum ist Teil des zertifizierten Onkologischen Zentrums des St. Anna Hospital Herne. Dieses bildet außerdem das Dachzentrum über unter anderem das Darmkrebszentrum und Pankreaszentrum. Ziel des St. Anna Hospital Herne ist es, Krebspatienten in allen Phasen ihrer Erkrankung umfassend und ganzheitlich zu betreuen. Dafür arbeiten fachübergreifend verschiedene Spezialisten Hand in Hand. Die Expertise der beteiligten Behandlungspartner wird durch die Zertifizierung bestätigt.

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