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10.02.2026

Komplexe Behandlung ohne große Schnitte – Experten des St. Anna Hospital Herne behandeln Pankreatitis endoskopisch

Dr. Viktor Rempel (rechts) gemeinsam mit Pankreatitis-Patient David Faraguna (links) bei der Nachbesprechung der Behandlung.

Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Jährlich erkranken in Deutschland zwischen 13 bis 43 Personen pro 100.000 Einwohner an der Krankheit, die im schlimmsten Fall zu Organversagen und Entzündungen im ganzen Körper bis hin zum Tod führen kann. Patienten haben oft eine langwierige Behandlung vor sich, die besondere ärztliche Expertise erfordert. Der 47-jährige David Faraguna litt an einer besonders schweren Pankreatitis und hätte es fast nicht geschafft. Dank der umfassenden Behandlung des Teams der Klinik für Gastroenterologie und Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Anna Hospital Herne ist der zweifache Familienvater nun wieder gesund.

Angefangen hatte alles im April 2023: David Faraguna hatte Schmerzen im Oberbauch, die mit Atemnot einhergingen. Der Altenberger litt an Gallensteinen, die die Entfernung der Gallenblase unumgänglich machten. Eigentlich hätte er damit Ruhe haben sollen, doch leider hatte sich einer der Gallensteine in der Papille – der gemeinsamen Mündung des Gallengangs und des Bauchspeicheldrüsengangs in den Zwölffingerdarm – verfangen. Dies führte dazu, dass sich der Bauchspeichelsaft in der Bauchspeicheldrüse staute. Da er nicht abfließen konnte, zerfraß der aggressive Verdauungssaft die butterweiche Drüse und griff umliegendes Gewebe an. David Faraguna litt an einer sogenannten schweren biliären Pankreatitis. Es ging ihm sehr schlecht. In einem Münsteraner Krankenhaus lag er elf Tage lang auf der Intensivstation. Die Ärzte entfernten den Stein und setzten einen Stent ein – ein kleines Röhrchen, das den Gallengang aufhält, so dass die Galle wieder abfließen kann. Doch die Entzündungen im Körper des Fabrikarbeiters waren zu weit fortgeschritten. „Die Ärzte wussten nicht mehr weiter“, gibt David Faraguna das Erlebte wieder. „Sie sagten, da müssen Spezialisten ran und verwiesen mich an St. Anna Hospital in Herne.“

Endoskopische Behandlung im St. Anna Hospital Herne
Dr. Viktor Rempel, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und sein Team des St. Anna Hospital Herne, wussten sofort: Das wird ein langwieriger Behandlungsverlauf. Auf den Patienten warteten zwei bis drei endoskopische Eingriffe pro Woche, denn das entzündete Gewebe (Nekrose) im hinteren Bauchraum musste gespült und entfernt werden. Ein Endoskop ist ein biegsamer Schlauch mit einem Arbeitskanal für Instrumente, der in der Regel über eine natürliche Öffnung und manchmal auch durch künstlich geschaffene Öffnungen in den Körper eingeführt wird. 

Stoma und Drainagen

Zudem brauchte David Faraguna einen künstlichen Darmausgang. Denn die Entzündung hatte sich durch das im Bauchraum liegende Fettgewebe eine Verbindung zum Dickdarm gefressen, wodurch Bakterien aus dem Darm in die Bauchspeicheldrüsennekrosen gelangen konnten. Die Fistel wurde endoskopisch verschlossen und der Darm stillgelegt. Über einen Zeitraum von zwei Monaten bekam der Familienvater immer wieder Drainagen, über die die Ärzte Zugang zu den Nekrosen bekommen und die Entzündungen abfließen konnten. „Zunächst haben wir kleine Drainagen über die Haut eingeführt und dann langsam nach und nach vergrößert, um mit dem Endoskop auch an die tieferliegenden Nekrosen zu kommen. Die Drainagen sind schmerzhaft, deshalb ist es wichtig, hier behutsam vorzugehen und nicht direkt mit großen Drainagen vorzugehen“, erklärt Dr. Rempel. 

Chirurgische Alternativen mit vergleichsweise großen Risiken
Auch wenn diese Methode langwierig ist, ist sie dennoch die Schonendste für den Patienten. Denn die frühere Möglichkeit wäre eine Operation bei der der Bauchraum aufgeschnitten wird. Bei den Patienten bleibt in diesem Fall nicht nur eine große Narbe zurück, sondern diese offene Methode geht auch mit einer hohen Komplikations- und Sterberate einher. Eine minimal-invasive Operation ist hingegen eine Alternative, wobei hiermit nicht alle Nekrosen entfernt werden können. „Die von uns angewandte sogenannte perkutane Nekrosektomie ist also bei Patienten mit einer so schweren Pankreatitis die bestmögliche Methode“, fasst Dr. Rempel zusammen. 

Perkutane Methode erfordert ärztliche und pflegerische Expertise und starkes Patientenumfeld
Das endoskopische Verfahren erfordert jedoch einerseits eine umfassende ärztliche und pflegerische Expertise und andererseits ein stabiles Umfeld des Patienten. „Trotz der Entfernung hat meine Familie mich gut unterstützt“, berichtet David Faraguna. „Meine Frau war anfangs zweimal pro Woche bei mir in Herne. Irgendwann habe ich ihr gesagt, sie braucht nicht so oft vorbeizukommen. Ich habe mich auch so gut aufgehoben gefühlt im St. Anna Hospital Herne.“

Mehr Lebensqualität nach ganzheitlicher Behandlung
Nachdem alle Nekrosen entfernt wurden, wurden die Drainagen nach und nach verkleinert. Das gastroenterologische Team zeigte dem Patienten, wie er die Drainagen zuhause selbst spülen konnte. Zudem bekam er eine umfassende Ernährungsberatung. Nachdem die Kontrollen unauffällig waren, wurde auch sein Stoma zurückverlegt und es ging für ihn in die Reha. Heute geht es David Faraguna wieder gut. Er hatte während der Behandlung stark abgenommen, konnte jedoch wieder gut Gewicht aufbauen. Er muss auf eine ausgewogene Ernährung achten und beim Sport vorsichtig sein, ist jedoch wieder vollständig genesen. „Dank des tollen Teams habe ich nun wieder mehr Lebensqualität und kann nun hoffentlich noch viele Jahre mit meiner Familie verbringen.“

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