Senkungsbeschwerden der Frau
Nach Literaturangaben leidet ein Drittel der weiblichen Erwachsenen unter Senkungsproblemen, verbunden mit Harn- oder Stuhlinkontinenz.
Die Symptome der Genitalsenkung können sehr unterschiedlich sein:
Harninkontinenz der Frau
Mit Harninkontinenz bezeichnet der Mediziner ungewollten Urinverlust. Für die Betroffenen stellt er ein soziales und hygienisches Problem dar. Darüber hinaus verursacht Harninkontinenz auch enorme Kosten. Allein in Deutschland werden jährlich über drei Milliarden Euro für hygienische und Schutzmaßnahmen ausgegeben. Schätzungsweise 20% der Frauen sind davon betroffen. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit, an einer Harninkontinenz zu erkranken.
Verschiedene Faktoren begünstigen die Entstehung eines ungewollten Urinverlustes. Dazu gehören Schwangerschaften, Geburten, Östrogenmangel, Fettleibigkeit, falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, Bindegewebsschwäche.
Wenn der ungewollte Urinverlust unter körperlicher Belastung oder Anstrengung auftritt, wird er als Stressinkontinenz oder auch als Belastungsinkontinenz bezeichnet. Davon sind meistens Frauen betroffen. An der sogenannten Dranginkontinenz (Urge-Inkontinenz) erkranken Männer und Frauen. Im Rahmen einer Blasendruckmessung kann sie diagnostiziert werden. Angebracht ist dann eine konservative Therapie, das heißt die Gabe von weiblichen Hormonen, Reizstrom und Medikamenten, mit denen sich die Blasenmuskulatur entspannt.
Auch Stressinkontinenz Grad I kann konservativ behandelt werden. Bei ihr tritt Harnverlust nur bei Husten, Niesen, Pressen und schwerem Heben auf. Mit Beckenbodengymnastik, Reizstrom der Blase, der sogenannten Elektrostimulation, Miktionstraining, Pessareinlagen, weibliche Hormonen oder eine Änderung der Lebensgewohnheiten kann sie manchmal erfolgreich behandelt werden.
Von Grad II spricht man bei Harnverlust beim Gehen, Treppensteigen und Aufstehen, Vom III. Grad bei Harnverlust in Ruhe. Auch bei diesen beiden Formen sollte zunächst eine konservative Therapie vor einer Operation durchgeführt werden. Erst nach drei bis sechs Monaten kann eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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