Kinderorthopädie und Kindertraumatologie


Erkrankungen des Bewegungsapparates von Kinder und Jugendlichen stellen immer besondere Anforderungen an den behandelnden Arzt. Zum einen können die kleinen Patienten zum Teil ihre Beschwerden nicht so deutlich äußern, so dass ein besonders Eingehen auf deren Bedürfnisse und Gedankengänge notwendig ist. Zum anderen sind natürlich die Eltern und deren spezielle Angst um das Wohl und die Zukunft ihrer Kinder zu berücksichtigen.

Und nicht zuletzt liegt bei der Behandlung des im Wachstum befindlichen Bewegungsapparates eine besondere Verantwortung bei dem Arzt, um ein gutes Behandlungsergebnis ohne Spätschäden zu erzielen. Des Weiteren ist es natürlich sehr wichtig, dass eine ausreichende Erfahrung vorliegt, um beurteilen zu können, ob eine Therapie – sei es konservativ oder operativ – notwendig ist, oder ob eventuell eine nicht behandlungsdürftige Normvariante vorliegt. Auch die Behandlung unfallbedingter Verletzungen des Bewegungsapparates, wie z.B. Frakturen und Luxationen, erfordert spezielle kindgerechte Vorgehensweisen, die sich von der Versorgung eines Erwachsenen z.T. deutlich unterscheiden.

Wir behandeln in unserer Klinik das gesamte Spektrum der Erkrankungen des Bewegungsapparates von Kindern und Jugendlichen. Regelmäßig findet unsere kinderorthopädische Ambulanz statt. Hierzu können Termine über unsere Sekretariat (02325/986-2020) vereinbart werden.


Nachfolgend stellen wir einige unserer Behandlungsschwerpunkte vor.


Kongenitale Hüftdysplasie/-luxation

Hüftdysplasie bedeutet, dass das Hüftgelenk bzw. die Hüftgelenkspfanne des Säuglings nicht altersentsprechend entwickelt ist. Bei der kongenitalen Hüftluxation ist zusätzlich der Hüftkopf aus der Pfanne gerutscht. Wichtig ist nun die Hüfte wieder in das Gelenk zu reponieren, und zu erreichen, dass die Pfanne möglichst schnell nachreift. Dies lässt um so einfacher erreichen, je früher man die Säuglinge behandelt. Hierzu wird in unserer Klinik allen Eltern Neugeborener die Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke kurz nach der Geburt angeboten. Wird schon zu diesem frühen Zeitpunkt diese Erkrankung erkannt, dann lässt sich meist eine komplette Ausheilung mittels temporärer Schienen- oder Gipsbehandlung erreichen. Die Art der Therapie ist abhängig von der Ausprägung der Dysplasie. Hierzu verwenden wir die Technik und die Einteilung nach Graf. Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen notwendig. Je später jedoch die Hüftdysplasie/-luxation erkannt wird, desto häufiger ist eine Operation notwendig und umso häufiger treten im weiteren Leben erneute Probleme mit dem Hüftgelenk auf.


Morbus Perthes

Beim Morbus Perthes handelt es sich um eine Nekrose des Hüftkopfes v.a. bei Jungen im Alter zwischen 5 und 12 Jahren. Hierbei treten v.a. ein sich zunehmend verstärkendes Hinken, Bewegungsschmerz und eine Unfähigkeit zur Rotation auf. Die Art der Behandlung hängt vom Zeitpunkt der Diagnosestellung, Ausprägung der Nekrose und Alter des Patienten ab.


Epiphysiolysis capitis femoris

Bei der Epiphysiolysis capitis femoris handelt es sich um das Abrutschen des Hüftkopfes im Bereich der Wachstumsfuge des Hüftkopfes. Meistens sind Jungen im Alter  zwischen 12 und 16 Jahren betroffen. Typische Zeichen sind Leisten- und Knieschmerzen, ein hinkendes Gangbild und bei der klinischen Untersuchung eine spezielle Rotation des Beines (Drehmann-Zeichen). Die Therapie besteht meist in einer minimalinvasiven operativen Fixation des Hüftkopfes, um ein weiteres Abrutschen zu verhindern. Da oftmals die Gegenseite mit betroffen ist, wird meist nach Absprache mit den Eltern diese gleichzeitig versorgt.


Kongenitaler Klumpfuß

Für die Therapie des kongenitalen Klumpfußes hat sich in den letzten Jahren die Technik nach Ponseti weitestgehend durchgesetzt. Hierbei wird durch wiederholte Gipsanlage die Klumpfußfehlstellung zunehmend korrigiert. Dadurch lassen sich meist die früher üblichen komplexen Operationen am Fuß der kleinen Patienten vermeiden. Bei der Technik nach Ponseti ist nach erfolgreicher Gipsbehandlung - wenn überhaupt noch notwendig - nur ein minimalinvasiver Eingriff an der Achillessehne notwendig. Wichtig ist jedoch, dass zur Vermeidung eines Rezidives für eine Weile eine spezielle Schiene zur Nacht getragen werden muss.



"Die Erfahrung als eine der größten orthopädischen Kliniken hilft unserem Team bei allen Entscheidungen, die wir täglich für unsere Patienten treffen müssen."

Chefarzt Prof. Dr. Georgios Godolias

Kontakt

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